Die englische Cellistin Anna Carewe war schon in jungen Jahren eine große Verfechterin der Neuen Musik und hat unzählige Uraufführungen als Solistin, mit dem Pianisten Philip Mayers oder in verschiedenen Besetzungen wie dem Ensemble Modern Frankfurt oder dem Ensemble L'art pour l'art, das die Welt der Experimentalmusik erforscht, bestritten.

Projekte mit Thomas Hengelbrock, Sergio Azzolini und Bernhard Forck haben Anna Carewes Interesse an historischer Aufführungspraxis geweckt, und das Manon Quartett Berlin - dessen Mitglied sie ist - war zu Gast sowohl mit historischen als auch modernen Instrumenten bei verschiedenen internationalen Festivals in Europa sowie beim „Tanglewood Music Festival" in den USA, wo es als „Quartet in residence" eingeladen war.

Ganz wichtig für Anna Carewe ist künstlerische Vielfalt. Sie spielt im Duo mit dem Vibraphonisten Oli Bott. Ihr (zum Teil improvisiertes) Repertoire reicht von Kompositionen aus der “Ars subtilior”-Bewegung (1370-1420) und Komponisten wie Diego Ortiz (um 1550), Vivaldi und Bach bis zu Jazz-Standards von Miles Davis oder Duke Ellington sowie zu Kompositionen von Oli Bott, und bietet eine völlig neue Klangwelt. Ihre Gruppe „Panama Hat-Trick" (zusammen mit ihrer Schwester, der Sängerin Mary Carewe, und dem Pianisten Philip Mayers) spezialisiert sich auf die großen Musical- und Cabaret-Komponisten des 20. Jahrhunderts.

Anna Carewe war langjährige Solocellistin und prägende Persönlichkeit des „Ensemble Oriol Berlin". 2007 verliess sie das Ensemble, um sich verstärkt ihren eigenen Projekten zu widmen - insbesondere dem Sheridan Ensemble. Spätestens seit seinem ersten Auftritt beim „Ultraschall"-Festival für Neue Musik in Berlin im Jahr 2008 erntete das Sheridan Ensemble das Lob der Kritiker und ebenso der Öffentlichkeit für seine innovativen Programme; ein Motto für viele Programme ist, kontrastierende Kompositionen Seite an Seite zu stellen, sie nahtlos von einem Werk zum anderen fließen zu lassen, um den Zuhörer anzuregen, Musik auf eine frische Art zu hören.

Anna Carewe studierte an der "Royal Academy of Music" in London bei Florence Hooton und David Strange, wo sie 20-jährig mit Auszeichnung ihr Konzertexamen absolvierte, bevor sie nach Berlin ging. Dort zählt sie ihren Lehrer, Prof. Wolfgang Boettcher, zu ihrer wichtigsten Einflüssen, sowie ihre Zeit als Stipendiatin der Orchester-Akademie der Berliner Philharmoniker. Von frühester Kindheit an wurde ihr musikalisches Verständnis durch ihren Vater, den Dirigenten John Carewe, geprägt.

Hier ein par Links:

www.sheridan-ensemble.com

www.annacarewe.olibott.com

www.panamahattrick.com

 
Foto: E. Schwarze

Foto: E. Schwarze